Ev. Kirche Wendelsheim-Eckelsheim

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Eckelsheimer Kirche

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Kirchturm mit Uhr
Blick auf die Kanzel Die Orgel

 


 

Aus der Kirchengeschichte

Kirche mit Tradition

Seit dem Jahr 1741, seit mehr als 250 Jahren also, kommt die Eckelsheimer Gemeinde in ihrer heutigen Dorfkirche zusammen. Früher machten sich die Eckelsheimer zum Kirchgang zumeist auf den Weg nach Gosselsheim, einem Ort, den es heute nicht mehr gibt. Er befand sich etwa dort, wo heute der Eckelsheimer Friedhof liegt - am Weg nach Gumbsheim. Gosselsheim wurde wesentlich früher gegründet als Eckelsheim. Schon im Jahr 790 wird der Ort in Urkunden des Klosters Lorsch erwähnt. In der Kirche in Gosselsheim saßen Eckelsheimer neben Gosselsheimern und auch neben Christen aus Gumbsheim. Für diese drei Gemeinden war Gosselsheim Pfarrort.

Eckelsheim wird lutherisch

Im Zuge der Reformationsbewegung wurde allerdings die Gosselheimer Pfarrstelle im Jahre 1561 durch die Falkensteiner Grafen mit einem lutherischen Pfarrer besetzt, der dann für Eckelsheim und Gumbsheim zuständig war - das Dorf Gosselsheim war zu dieser Zeit nicht mehr bewohnt. Die Kirche in Gosselsheim blieb weiter in Betrieb, brannte jedoch im Jahr 1648, dem letzten Jahr des 30jährigen Krieges, völlig ab.

Nach dem Wiederaufbau (beendet ca. 1695) hat die Kirche nicht einmal mehr hundert Jahre bestanden. 1765 sei die letzte Mauer eingestürzt. Leider ist über die Bauweise und die Ausstattung nichts überliefert.

Von St. Moritz zur Mauritiuskirche

In Eckelsheim selbst stand eine alte Kapelle, die schon 1355 urkundlich erwähnt wird. Mit dem Umzug des Pfarrers von Gosselsheim nach Eckelsheim hat sie sicher an Bedeutung gewonnen.

Auch über die Mauritiuskapelle ist nichts Näheres bekannt. Lediglich historische Lagepläne und einige Mauerreste belegen ihren Bestand.

Eckelsheim wird „evangelisch“

Bis zum Jahr 1822 blieb Eckelsheim Pfarrsitz. Durch die "Wörrstädter Union" im Jahr 1822 wurden alle rheinhessischen Gemeinden unierten Bekenntnisses, d.h. die vorher selbständig nebeneinander existierenden protestantischen Kirchen (die lutherische und die reformierte), zur "evangelischen Kirche" zusammengeschlossen. In diesem Zusammenhang verlor Eckelsheim seinen Pfarrsitz und wurde der Pfarrei Siefersheim zugeordnet. Nach einigen Schwierigkeiten gelang es den Eckelsheimern schließlich doch, auf eigene Kosten und durch ihrer  Hände Arbeit, die neue Kirche 1741 zur Vollendung zu bringen. Heutzutage sind die die Gemeinden Eckelsheim und Wendelsheim, pfarramtlich verbunden“.


Bauwerk - Die Kirche

Der kleine Saalbau mit dreiseitiger Empore stammt aus dem Jahre 1609 und wurde 1727-41 umgebaut. Das Krüppelwalmdach und der typische Zwiebelturm prägen äußerlich die Kirche.

Das Westportal besitzt einen Volutengiebel, darüber befindet sich eine Platte mit dem Lamm Gottes (1741). Ferner befindet sich in der Kirche eine Orgel aus dem Jahr 1740.

Das Gotteshaus wird gekrönt von dem 23,49 Meter hohen Turm mit schmiedeeisernem Kreuz und Wetterhahn. Die Kirche hat zwei Glocken. Im Laufe ihrer Geschichte ist die Eckelsheimer Mauritiuskirche mehrfachen Reparaturen unterzogen worden (1862, 1864 und 1920). Im Rahmen der letzten Renovation setzte man die Bruchstücke einer Tafel mit dem Lamm Gottes wieder über dem Portal ein. Nach Aussage eines alten Bürgers namens Georg Krüger war sie von Reitern einer katholischen Herrschaft zertrümmert worden.

Die letzte Außenrenovierung fand im Jahr ihres 250jährigen Bestehens statt.

Hinweistafel an der Kirche

PortalStolz verkündet die Tafel über dem Portal:

DIESES EVANGELISCHE GOTTESHAUS WURDE GOTT ZU
EHREN UND ZU ERBAUUNG DER SEELEN AUFGERICHTET
UND AUF EIGENE KOSTEN ERBAUT
VON DER EVANGELISCHEN GEMEIND ZU ECKELSHEIM IM
JAR 1741

Eine zweite Tafel zeigt das Lamm Gottes auf dem Berge und eine auffliegende Taube. Der angefügte Text nimmt darauf Bezug:

ICH SAH EIN LAMM STEHEN AUF DEM BERGE OFF • JOH • 14,1


Ausstattung

Die Ausstattung stammt aus dem 18. Jahrhundert Der Altar ist ein aus Holz gefertigter Kastenaltar. Die Kanzel ruht auf einer Holzsäule. Der Schalldeckel, symbolisiert von unten durch eine Taube, den Heiligen Geist.

Die Orgel von Johann Georg Geib ist aus dem Jahre 1782.

Die Bildfenster wurden 1920 von Otto Linnemann gestaltet. Das dritte Fensterbild zeigt den Christuskopf mit Dornenkrone. Bei den Deckengemälden sind die vier Evangelisten: Matthäus (mit Engel), Markus (mit Löwe), Lukas (mit Stier) und Johannes (mit Adler) abgebildet.

Die Bildfenster und Glocken wurden 1922 von Nachfahren der Eckelsheimer Auswanderer nach Evansville/Indiana, USA gestiftet, die dafür 71 ¾ Dollar gesammelt hatten.

Glocken

Zwei Glocken sind im Turm aufgehängt. Sie sind von der Fa. Rincker gegossen. Die Kleinere wiegt 226 kg und ist auf den Ton c'' gestimmt, die Größere auf den Ton b''. Eine Glocke musste im zweiten Weltkrieg abgeliefert werden - die kleinere, noch verbliebene Glocke ist aus dem Jahre 1922. Die größere wurde 1952 von der bürgerlichen Gemeinde gestiftet.

Die heute nicht mehr erhaltene Glocke trug die Inschrift:

STEH FEST IM STURM DER ZEIT – GESEGNET IST DEIN LEID – DENK AN DIE EWIGKEIT

Mehr dazu: www.eckelsheim.de

Uhrwerk der Eckelsheimer Kirche

Alle Texte zur Kirche sind in Zusammenarbeit und mit Texten von B. Wridt und W. Jung entstanden - Auszüge sind der Eckelsheimer Dorfchronik entnommen: Eckelsheim und seine Geschichte. 1293-1993. "Eggelsem unn ka Enn". Hrsg. v. der Gemeinde Eckelsheim 1993.

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