{"id":743,"date":"2026-01-11T17:40:45","date_gmt":"2026-01-11T16:40:45","guid":{"rendered":"https:\/\/evkiweck.de\/?p=743"},"modified":"2026-01-11T17:40:46","modified_gmt":"2026-01-11T16:40:46","slug":"bauwerk-die-kirche-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/evkiweck.de\/index.php\/2026\/01\/11\/bauwerk-die-kirche-3\/","title":{"rendered":"Bauwerk \u2013 Die Kirche"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-4 is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" width=\"120\" height=\"120\" data-id=\"190\" src=\"https:\/\/evkiweck.de\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Gemischtes_018_98519_th.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-190\"\/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" width=\"120\" height=\"120\" data-id=\"195\" src=\"https:\/\/evkiweck.de\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/DSC02645_1__13936_th.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-195\"\/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" width=\"120\" height=\"120\" data-id=\"191\" src=\"https:\/\/evkiweck.de\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/AAAA0026_71503_th.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-191\"\/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"120\" height=\"120\" data-id=\"193\" src=\"https:\/\/evkiweck.de\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Kirche_Nack_009_93172_th.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-193\"\/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"120\" height=\"120\" data-id=\"192\" src=\"https:\/\/evkiweck.de\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Kirche_Nack_011_80784_th.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-192\"\/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"120\" height=\"120\" data-id=\"194\" src=\"https:\/\/evkiweck.de\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Eingang_Kirche_Nack_94947_th.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-194\"\/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"120\" height=\"120\" data-id=\"197\" src=\"https:\/\/evkiweck.de\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Kirchturm_Nack_75715_th.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-197\"\/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"120\" height=\"120\" data-id=\"196\" src=\"https:\/\/evkiweck.de\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Gemischtes_017_16405_th.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-196\"\/><\/figure>\n<\/figure>\n\n\n\n<p>Eine H\u00f6rprobe des Gel\u00e4uts mit Beschreibung der Glocken unter<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-4-3 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe title=\"Glocken der Ev. Kirche Nack \/ Rheinhessen\" width=\"500\" height=\"375\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/xzbec-FRt2E?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Geschichte der Evangelischen Kirche in Nack<\/h2>\n\n\n\n<p>Bis zum Jahre 1821 bildeten Erbes-B\u00fcdesheim und Nack ein Gemeinwesen. Erst im Jahre 1822 wurde Nack zu einer selbst\u00e4ndigen kommunalen Gemeinde. Auch die ev.-reformierten Christen in Nack wurden von Erbes-B\u00fcdesheim aus betreut, in den Jahren 1697 \u2013 1824 gar von Ensheim aus.<br>Ein Kirchengeb\u00e4ude gab es zur damaligen Zeit in Nack nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Konfessionsvereinigung in Rheinhessen im Jahre 1822 zwischen Reformierten und Lutheranern hatte auch eine Neueinteilung der nunmehr \u201eevangelischen\u201c Pfarreien und Gemeinden zur Folge: Die reformierte Gemeinde Erbes-B\u00fcdesheim mit ihrem Filial Nack wurde von der pfarramtlichen Verbindung zu Ensheim nach 127 Jahren getrennt. Die jetzt ev. Gemeinden Erbes-B\u00fcdesheim und Nack geh\u00f6rten fortan zur neugegr\u00fcndeten ev. Pfarrei Wendelsheim. Zwischen reformierten und lutherischen Christen wurde strukturell nicht mehr unterschieden, jedoch wurden jeweils reformierte bzw. vorherrschende lutherische Traditionen noch weit in das 19. Jahrhundert hinein gepflegt; z.B. war das reformierte Gesangbuch noch im Jahre 1839 in Erbes-B\u00fcdesheim sowie in Nack in Gebrauch, w\u00e4hrend im ehemals lutherisch gepr\u00e4gten Wendelsheim schon l\u00e4ngst aus dem gro\u00dfherzoglich-hessische Gesangbuch gesungen wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>In den folgenden Jahrzehnten wurde an dieser Struktur der Pfarrei Wendelsheim mit den drei Kirchengemeinden Wendelsheim, Erbes-B\u00fcdesheim und Nack nichts ver\u00e4ndert.<\/p>\n\n\n\n<p>Erst im Zuge einer Neueinteilung der Dekanate in der Propstei Rheinhessen wurde die Ev. Kirchengemeinde Nack im Herbst 1975 au<em>s&nbsp;<\/em>der Ev. Pfarrei Wendelsheim ausgegliedert und der Ev. Pfarrei Nieder-Wiesen zugeordnet.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der Bau der Evangelischen Kirche<\/h2>\n\n\n\n<p>Der Bau der Ev. Kirche in Nack geht zur\u00fcck auf das Jahr 1903. Bis dahin besuchten die ev. Einwohner aus Nack die Gottesdienste in Wendelsheim oder in Erbes-B\u00fcdesheim. Bereits vor der Jahrhundertwende war allerdings innerhalb der Gemeinde der Wunsch nach einem eigenen Gotteshaus lebendig geworden. So wurden bereits im Januar 1892 Verhandlungen mit dem Gro\u00dfherzoglichen Kreisamt in Alzey zur Genehmigung einer Sammlung unter den evangelischen Einwohnern zur Erbauung einer Kirche gef\u00fchrt. Jedoch erst am 31. Januar 1898 wurde der Kirchenbau vom Kirchenvorstand und der Gemeindevertretung beschlossen. Nach dem Beschluss vergingen immerhin noch einige Jahre, bis dann am 15. Dezember 1902 das Gro\u00dfherzogliche Oberkonsistorium in Darmstadt die endg\u00fcltige Baugenehmigung erteilte. Mit der Ausfertigung eines Planes wurde Kreisbauinspektor Eduard Heinrich Langg\u00e4sser (Vater der Schriftstellerin Elisabeth Langg\u00e4sser) in Alzey beauftragt, der einen Entwurf f\u00fcr eine Saalkirche im neugotischen Stil vorlegte. Damit sollte die neue evangelische Kirche sich architektonisch abheben von der im Jahre 1901 im neromanischen Stil erbauten katholischen Nachbarkirche.<\/p>\n\n\n\n<p>Vielleicht war Eduard Langg\u00e4sser auch inspiriert von der damals im Bau befindlichen Ged\u00e4chtniskirche zu Speyer, die anl\u00e4sslich der 375-Jahrfeier der Protestation (auf dem Reichstag zu Speyer 1529) als Hauptkirche der gesamten protestantischen Christenheit als Gegenpart zu dem romanischen Speyerer Dom projektiert war. Auch sie ist im neugotischen Stil erbaut und wurde 1904 eingeweiht.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Plan von Langg\u00e4sser war jedoch f\u00fcr seine Zeit konservativ. In Darmstadt, der Hauptstadt des Gro\u00dfherzogtums Hessen, hatte schon l\u00e4ngst der Jugendstil Einzug gehalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Eduard Langg\u00e4sser, aus einer Mainzer j\u00fcdischen Familie stammend,&nbsp;war 1897 als Leiter der Kreisbaudirektion nach Alzey berufen worden. Mehrere bedeutende Bauprojekte oblagen seiner Betreuung, u. a. die Landesheil- und Pflegeanstalt (heutige Rheinhessen-Fachklinik). F\u00fcr seine Verdienste wurde er 1906 mit einem hohen gro\u00dfherzoglich-hessischen Verdienstorden ausgezeichnet. Bald darauf erkrankte er schwer, seinen Dienst konnte er nur noch sporadisch aus\u00fcben. Klagen und Beschwerden \u00fcber seine Amtsf\u00fchrung wurden laut. Eine Amtsenthebung seitens der Kreisverwaltung war schon beschlossene Sache, als Eduard Langg\u00e4sser am 14.03.1909 verstarb. Seine Familie, besonders seine Tochter Elisabeth litt stark unter den Umst\u00e4nden in diesen Krankheitsjahren ihres Vaters. In der Todesanzeige lesen wir: \u201eBlumenspenden und Kondolenzbesuche dankend verbeten\u201c. Dazu wurde ein falscher Termin f\u00fcr die Trauerfeier in der Anzeige ver\u00f6ffentlicht, um die B\u00fcrger Alzeys von der Teilnahme fernzuhalten.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ev-pfarrei-nieder-wiesen.de\/editor\/14351648846889\/eduard_langgasser_e.jpg\" alt=\"\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp; abgedruckt in Allgemeine Zeitung Alzey 17.06.2015<\/p>\n\n\n\n<p>Am 14. Januar 1903 fand das Bauvorhaben der Nacker ev. Kirche Aufnahme im Unterst\u00fctzungsplan des Gustav-Adolf-Werkes. Schlie\u00dflich erfolgte am 17. April 1903 die Erlaubnis zur Erbauung durch das Gro\u00dfherzogliche Kreisamt in Alzey. Als Bauplatz konnte man ein Grundst\u00fcck mitten im Ort neben dem ehemaligen evangelischen Schulhaus von dem damals amtierenden B\u00fcrgermeister Philipp Wilhelm Correll IV. k\u00e4uflich erwerben. So wurden im Juni 1903 die Bauarbeiten begonnen. Durch tatkr\u00e4ftige und freiwillige Mitarbeit der gesamten evangelischen Einwohner, besonders bei der Anfuhr von Steinen (Nacker Sandstein), Ausgrabungen usw. war der Rohbau bereits vor Einbruch des Winters fertig gestellt. Der weitere Ausbau und die Innenausstattung erfolgten im Laufe des Jahres 1904. Der Altar, die Kanzel, die Fenster usw. wurden von G\u00f6nnern im In- und Ausland gestiftet.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Orgel<\/h2>\n\n\n\n<p>Mit dem Neubau der Orgel wurde die Firma Heinrich Bechstein aus Gro\u00df-Umstadt beauftragt. Die Orgel kostete damals 2.360 Mark.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie hat folgende (romantische) Disposition:<\/p>\n\n\n\n<p>Manual:&nbsp;&nbsp;&nbsp; C &#8211; g<sup>2&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/sup>Pedal: C &#8211; d<sup>1<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Prinzipal 8&#8242;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Subbass 16&#8242;<\/p>\n\n\n\n<p>Gedeckt 8&#8242;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Pedalkoppel<\/p>\n\n\n\n<p>Salicional 8&#8242;<\/p>\n\n\n\n<p>Oktave 4\u00b4<\/p>\n\n\n\n<p>Fl\u00f6te 4\u00b4<\/p>\n\n\n\n<p>Die Finanzierung des Kirchenbaues bereitete dem damals amtierenden Kirchenvorstand erhebliche Schwierigkeiten. Die gesamten Baukosten inklusive Orgel und Glocken beliefen sich auf rund 25.000 Mark. Durch freiwillige Spenden wurde der Betrag von rund 3.100 Mark aufgebracht. Durch das Gustav-Adolf-Werk erhielt die Gemeinde eine erste Zuwendung von 900 Mark und von dem Kirchen- und Schulfonds f\u00fcr Rheinhessen 1.000 Mark. Die verbliebene Restschuld in H\u00f6he von 20.000 Mark musste durch Aufnahme von Darlehen bei der Hessischen Landeshypothekenbank in Darmstadt gedeckt werden. Das Gustav-Adolf-Werk wies von 1903 bis 1920 der Gemeinde insgesamt 10.140,- Mark zur Deckung der Unkosten zu.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Einweihung der Kirche erfolgte am 04. Oktober 1904 in einem feierlichen Festgottesdienst durch den Pr\u00e4lat Dr. Walz aus Darmstadt.<\/p>\n\n\n\n<p>Das neue Kirchengeb\u00e4ude befl\u00fcgelte das Gemeindeleben in Nack. So bildete sich z.B. 1907 ein M\u00e4nnerkirchengesangverein.<\/p>\n\n\n\n<p>Den I. Weltkrieg hat die Kirche heil \u00fcberstanden, jedoch der II. Weltkrieg ging nicht spurlos an ihr vor\u00fcber: Beim Einzug der amerikanischen Truppen am 18.\/19. M\u00e4rz 1945 wurde die Kirche durch Beschuss sehr stark in Mitleidenschaft gezogen. Besonders wurden hierbei das Dach und der Turm, sowie s\u00e4mtliche Fenster durch Artillerietreffer besch\u00e4digt. Dazu wurde die einzig noch verbliebene Glocke durch ein Geschoss zerst\u00f6rt, beim Herabfallen dann vollends zerst\u00fcckelt. Trotz dieser Besch\u00e4digungen des Kirchengeb\u00e4udes in den letzten Wochen des II. Weltkrieges fanden die Gottesdienste weiter in der Kirche statt, sogar im Winter 1945\/46. Der damals amtierende Pfarrer Siegfried Unverzagt&nbsp;(Wendelsheim) schreibt in der Pfarrchronik: \u201eUnd dennoch: sie kamen alle regelm\u00e4\u00dfig, diese Nacker. Dieses Lob muss ihnen hier ausgesprochen werden. Und die Kirche in Nack war voller, zumindesten ebenso gut besetzt als das geheizte S\u00e4lchen in Wendelsheim\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Jahre 1949 konnten die Sch\u00e4den des II. Weltkrieges beseitigt werden; weitere Renovierungen erfolgten in den Jahren 1954, anl\u00e4sslich der 50-Jahrfeier, 1977 und 1992, die Einfriedung und die Zuwegung wurden im Herbst 2003 \/ Fr\u00fchjahr 2004 umfassend saniert.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Jahre 1995 entschloss sich der Kirchenvorstand zur k\u00fcnstlerischen Ausgestaltung der Kanzelr\u00fcckwand. Unter dem Thema des Satzes Jesu aus der Bergpredigt ,,Liebet eure Feinde\u201c hat Holzgestalter Johannes F\u00fchr aus Bechenheim ein Kunstwerk geschaffen, das immer wieder neu zur Vers\u00f6hnung aufruft:<\/p>\n\n\n\n<p>Die linke Figur in dunklem Holz ist eine von Aggression getriebene Person, das Gesicht ist zu einer Maske seiner selbst verzerrt, die H\u00e4nde zu F\u00e4usten geballt. Die Figur rechts daneben wirkt durch das helle Holz freundlich, die offenen H\u00e4nde laden zur Vers\u00f6hnung und zur Annahme ein, gem\u00e4\u00df dem Satz aus R\u00f6mer 15,7:<br>&#8222;Nehmet einander an, so wie Christus euch angenommen hat.\u201c Der Gesichts- und Gem\u00fctsausdruck dieser Person ist offen, freundlich und einladend.<\/p>\n\n\n\n<p>Rechts neben der Kanzel tritt eine Figur reliefartig wie aus einer Wand hervor. Ist es eine Person, die dem Geschehen der Entfeindung und Vers\u00f6hnung skeptisch gegen\u00fcbersteht, die sich verschanzt hinter einer Fassade und sich dem Geschehen abwendet? Ist es die Verk\u00f6rperung mancher Zeitgenossen, die Gottes Wort nicht zu sehr an sich heranlassen wollen, weil es unser Verhalten und unser Tun immer auch in Frage stellt? Der K\u00fcnstler hat hier Raum f\u00fcr eigene Interpretationen ge\u00f6ffnet.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Kreuz auf dem Altar, aus verschiedenen H\u00f6lzern verschiedener Gr\u00f6\u00dfe zusammengesetzt, verk\u00f6rpert die vers\u00f6hnte Vielfalt in und unter dem Kreuz Christi: Gemeinde Jesu Christi setzt sich immer zusammen aus Menschen mit verschiedener Herkunft, verschiedenem Alter und verschiedenen Charakteren, die sich aber im H\u00f6ren auf Gottes Wort und im Glauben an seine Liebe verbunden und vers\u00f6hnt wei\u00df. Diese Darstellung m\u00f6ge den Besuchern der Kirche stets vor Augen halten, dass christlicher Glaube sich in der Bereitschaft zur Umkehr und Vers\u00f6hnung offenbart und die Liebe Christi den Frieden wagt und damit neue Lebensm\u00f6glichkeiten schafft.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Glocken<\/h2>\n\n\n\n<p>Bei der Erbauung der Kirche wurden zwei Glocken aufgeh\u00e4ngt, die von der Firma Johann Georg Pfeiffer geliefert wurden. Sie waren in den T\u00f6nen b \u00b4\u00b4 und d \u00b4\u00b4 gestimmt. Die gr\u00f6\u00dfere Glocke wurde im Jahre 1917 w\u00e4hrend des I. Weltkrieges beschlagnahmt und musste abgeliefert werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Erst im Jahre 1926 konnte eine neue Ersatzglocke beschafft werden, die ebenfalls von der Glockengie\u00dferei Johann Georg Pfeiffer in Kaiserslautern gegossen wurde. Auch diese Glocke war wieder in b\u00b4\u00b4 gestimmt, hatte aber ein gr\u00f6\u00dferes Gewicht. Sie trug die Inschrift: ,,Nach Krieg und Leid und harter Zeit ruf uns erneut zur Seligkeit\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Allerdings konnte auch diese Glocke nur 17 Jahre lang ihren Dienst verrichten. W\u00e4hrend des II. Weltkrieges musste sie im Jahre 1943 f\u00fcr Kriegszwecke abgegeben werden. Die verbliebene kleine Glocke wurde dann, wie schon erw\u00e4hnt, im Jahre 1945 durch Beschuss zertr\u00fcmmert. Aus den \u00fcbrig gebliebenen Resten wurde 1948 von einer Stuttgarter Firma ein kleines Gl\u00f6ckchen mit 140 kg Gewicht gegossen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Blick auf die 50-Jahrfeier der Kirche kam allerdings der Wunsch nach einem neuen Gel\u00e4ut auf. So wurden am 29. Mai 1954 bei der Firma Rincker in Sinn\/Dillkreis zwei neue Glocken gegossen. Sie erklingen in den T\u00f6nen g&#8220; und b&#8220; und sind abgestimmt auf das Gel\u00e4ut der benachbarten katholischen Schwesterkirche. Die gro\u00dfe Glocke wiegt 550 kg und tr\u00e4gt folgende Inschrift: ,,Christus spricht: Ich lebe, und ihr sollt auch leben. Zum Gedenken der Gefallenen und Toten. &#8211; Eigentum der evangelischen Kirchengemeinde Nack\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Die kleine Glocke wiegt 350 kg und tr\u00e4gt die Inschrift: ,,Christus spricht: Kommet her zu mir alle, die ihr m\u00fchselig und beladen seid, ich will euch erquicken. &#8211; Eigentum der evangelischen Kirchengemeinde Nack\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei der Lieferung wurde die im Jahre 1948 aus Bruchst\u00fccken gegossene Glocke eingetauscht. Die Einweihung der Glocken war verbunden mit der 50-Jahrfeier der Kirche und fand am Sonntag, dem 13. Juni 1954 statt. Die Indienststellung nahm der damalige Kirchenpr\u00e4sident D. Martin Niem\u00f6ller, Darmstadt, vor.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Jahre 2004 feierte die Ev. Gemeinde das 100-j\u00e4hrige Bestehen ihres Gotteshauses. Konzert- und Vortragsveranstaltungen sowie festliche Gottesdienste unterstrichen die Bedeutung dieses Jubil\u00e4ums. H\u00f6hepunkt war ein Festgottesdienst am 13. Juni 2004 mit dem Propst f\u00fcr Rheinhessen, Dr. Klaus-Volker Sch\u00fctz, verbunden mit dem 50. Jahrestages der Wiederkehr der Glockeneinweihung und der Indienststellung eines neuen Taufsteins, der ebenfalls von dem Bechenheimer Holzgestalter Johannes F\u00fchr geschaffen wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Wunsch des damaligen Gemeindepfarrers Ernst Betten in der Festschrift zur 50-Jahrfeier gilt auch heute noch:<br>\u201eEs ist zu hoffen, dass unser sch\u00f6nes Gotteshaus noch in vielen langen Friedensjahren seinem Zwecke dient, f\u00fcr den es gebaut wurde, zum Segen der Gemeinde.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine H\u00f6rprobe des Gel\u00e4uts mit Beschreibung der Glocken unter Die Geschichte der Evangelischen Kirche in Nack Bis zum Jahre 1821 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