Ev. Kirche Wendelsheim-Eckelsheim

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Passiert-Notiert 2016

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Wendelsheim. Stallweihnacht

Schön war es auch dieses Jahr und aufregend. Unsere "Special Guests" waren wieder die zwei freundlichen Esel aus Eckelsheim, die Pferde, Ziegen und Hühner der Familie Scherrer und eine junge Mutterkuh mit ihrem Kälbchen. Diese sorgte mit ihren überrschend starken Mutterinstinkten für einige Spannung.

Weil alle Rücksicht auf ihre Mutter-Gefühle nahmen, konnten wir wunderbar feiern - mit Posaunenchor, der Kita Rappelkiste, die den Gottesdienst mit Musik bereicherten. Dazu unseren Konfis, GD-Kids + Teamern + KVlern, die kreativ und mit Glühwein, Kinderpunsch und Würstchen im Anschluss für das Wohl der Gäste sorgten.

Ein großes Dankeschön an Familie Scherrer, die zum 6. Mal ihre Pforten für die Stallweihnacht öffneten und ihren Hof wieder wunderbar herausputzen! DANKE!


Eckelsheim. Advents-Bibelfrühstück

Zum ersten Mal in der Kirche... Eine ganz besondere Location mit ganz besonderer Stimmung.


Eckelsheim. Lichterfeier - der Advent beginnt

Das neue Kirchenjahr beginnt bei uns besonders... stimmig, schön und lichtvoll. Mit unserer traditionellen Lichterfeier.


Wendelsheim. Luthertafel

Reformation haben wir schon etwas "vorgefeiert" - ganz zünftig.

Zur Luthertafel versammelten sich viele Weit- (und Nah-) Gereiste um mit Anna und Ulrich Zwingli, Katharina von Bora und Martin Luther an einer Tafel zu speisen und zu disputieren. Dazu gab es Köstliches aus der Suppenküche der „Scherrerin“ vom Ziegenhof. Herzlichen Dank an alle Mitwirkenden und HelferInnen!


Brotbacken und Winzerkunst mit den Konfis - für Erntedank

Am Samstag vor Erntedank waren unsere Konfis mit Udo Wilbert am Eckelsheimer Dorfbackofen schwer zugange. Teig wurde geknetet und Brote geformt. Während der Backzeit durften die Konfis im Weingut Mertz Einblick in die Winzerkunst nehmen und sogar einen Schluck frischen Traubensaft probieren.

Herzlichen Dank an Sina Mertz und Uso Wilbert - das Brot war dann heiß begehrt und wurde beim Erntedankfest gegen Spende an verschenkt.

 


 

"Reise durch Rheinhessen" - Dekanats-Gottesdienst zum Rheinhessen-Jubiläum


Wendelsheim/Wöllstein. „Happy Birthday, Rheinhessen!“ hieß es am Sonntag im Festgottesdienst des Evangelischen Dekanats Wöllstein anlässlich des 200jährigen Jubiläums Rheinhessens. Dekanin Monika Reubold begrüßte die rund 250 Gottesdienstbesucher und freute sich im Blick auf die wechselhafte Historie der ehemaligen Provinz über die gelungene Gemeinschaft und gewachsene Identität. „Über die politischen Stadt- und Kreisgrenzen hinaus gelingt es uns seit vielen Jahren, eine Zusammengehörigkeit im Evangelischen Dekanat Wöllstein und der Propstei Rheinhessen als evangelische Christen zu entwickeln und zu leben,“ stellte sie fest.

Gemeinschaft stiften, sich „für ein friedliches und gelingendes Miteinander einsetzen bei den aktuellen Herausforderungen unserer Zeit“, bleibe eine Aufgabe evangelischer Christen mit rheinhessischer Identität, führte die Dekanin aus. Schließlich müsse es schon zur Geburtsstunde der Provinz Rheinhessen „eine große Herausforderung gewesen sein, Menschen aus unterschiedlichen Ländern, Kulturkreisen und Religionen zu einem guten Miteinander in den einzelnen Ortschaften zu motivieren.“ Die Kirche mit ihren Gemeinden habe schon damals wichtige Integrationsleistungen vollbracht.

Mitten in die bewegte, bunte Geschichte Rheinhessens und eine besondere Gemeinschaft hinein entführte dann das Predigtteam rund um Pfarrer i.R. Richard Beutel. „Elisabeth“ und „Hildegard“, zwei gesprächige und weise Damen aus dem Rheinhessischen erwiesen sich als lehrreiche Reiseführerinnen. Wortreich und mit Gesangseinlagen erklärten sie auf einer virtuellen Bahnfahrt von Alzey nach Worms einem „norddeutschen Touristen“ Land und Leute. Ihre Ausführungen ergänzte Pfarrer Richard Beutel mit geistlichen Gedanken zu rheinhessischen Persönlichkeiten. Viele haben in Rheinhessen gewirkt und einen besonderen Beitrag zur Gemeinschaft geleistet: unter anderem die Visionärin Hildegard von Bingen, der „Medienrevoluzzer“ Johannes Gutenberg, schließlich der Reformator Martin Luther.

Zwischen den launigen Schauspiel-Einlagen und den nachdenklichen Momenten machte die Wörrstädter Kantorei unter Dekanatskantorin Bettina Maier Lust auf Musik in Gemeinschaft. „Die Zeit war im Nu herum und ich hab es gar nicht gemerkt“, berichtete ein begeisterter Gottesdienstbesucher.

Im Anschluss an den Gottesdienst konnte das Fest bei herrlichem Wetter im Wendelsheimer Kirchgarten weitergehen. Viele ließen sich zu Sekt, Wein und Grillgut im Schatten der Kirche mit Blick auf Rheinhessen nieder. Auch Wendelsheimer Flüchtlingsneubürger waren geladen, halfen beim Ausschenken oder feierten einfach in der Gemeinschaft mit.

Vielleicht hat der ein oder andere Festbesucher sich später noch auf die Suche nach dem einen Grenzstein begeben, einem 200 Jahre alten „Dreimärker“, der damals die neue Provinz „Rheinhessen“ markierte und bis heute in Wendelsheim zu finden ist.


Sommer-Konfi-Kennenlernen


Auch dieses Jahr wird es eine Kooperation in der Konfirmanden-Arbeit zwischen unseren Gemeinden und Wöllstein geben. Ganz offiziell trafen sich deshalb nun unserer Konfis das erste Mal mit den Wöllsteinern, Gumbsheimern und Volxheimern im Evangelischen Gemeindehaus in Wöllstein zum ersten Kennenlernen und Spielen. Es war richtig schön! Wir freuen uns auf das gemeinsame Jahr miteinander!

 


Konfis auf dem Jugendkirchentag


Wöllstein/Offenbach. Mit einem Strahlen auf dem Gesicht kehrten Destiny, Rabea, Lea, Niclas und die anderen Konfis der Kirchengemeinden Wendelsheim/Eckelsheim vom Jugendkirchentag (JuKT) in Offenbach zurück. „Überall waren mega nette coole, Leute. Die Helfer, Musiker und alle anderen“, erzählt Destiny (13), die sich, wie die anderen, vorher noch gar nichts unter dem JuKT vorstellen konnte. „Ich dachte, es wäre kleiner und voll langweilig, aber es war eigentlich das Gegenteil! Wir haben viel gelacht und hatten viel Spaß!“ sagt Rabea aus Eckelsheim.

Zum 8. Mal hat das Mega-Event der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) extra für Jugendliche eine Stadt in ihren Bann geschlagen. In der Innenstadt waren Themenparks aufgebaut und innerhalb von vier Tagen (Donnerstag bis Sonntag) konnten rund 3000 Besucherinnen und Besucher aus über 250 Programmpunkten auswählen. Das Treffen stand in diesem Jahr passend zur internationalen Stadt Offenbach im Zeichen der Offenheit für andere Kulturen und Religionen. In Konzerten, Arbeitsgruppen und Diskussionen ebenso wie Gottesdiensten, Bibelarbeiten, Sportmöglichkeiten und Partys konnten die Jugendlichen Offenheit erleben, diskutieren, ausüben.

„Am besten hat mir am Abend das Peacezeichen aus Kerzen gefallen. Wir waren noch einmal alle zusammen und es sah wunderschön aus“, berichtet Destiny. Am Freitagabend um 22.30 Uhr versammelten sich Teilnehmer und bauten ein überdimensionales Peacezeichen aus Menschen mit Kerzen auf. Rabea (13) aus Eckelsheim fand die Zaubershow des christlichen Zauberkünstlers Mr. Joy „mega“. „Und wir haben auch gesungen und gebetet, das war gut!“ Aber auch die anderen Angebote, zum Beispiel die Konfi-rallye durch die verschiedenen Themenparks, das Siebener-ConferenceBike-fahren, Beachvolleyball und vieles mehr haben begeistert. Toll war es dann auch, mitten in Offenbach am Main „ein Stück Heimat“ zu finden, nämlich den „Bauwagen“ aus dem eigenen Dekanat Wöllstein.

Auch die Evangelische Dekanatsjugend war nämlich mit einem Team von 40 jungen Leuten und Leiterin Sabine Göhl die ganzen Tage vor Ort. Der Bauwagen, der sonst mit einem Spieleangebot durch die Kirchengemeinden des Dekanats tourt, hatte sich für den Kirchentag in ein „Ehrenamts-Café“ und einladenden „Mittelpunkt“ verwandelt.

Insgesamt mehr als 400 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer hatten für einen reibungslosen Ablauf bei der in Deutschland für Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren einmaligen Großveranstaltung gesorgt. Viele Jugendliche und junge Erwachsene waren dabei beteiligt. Sie gestalteten entweder die Angebote selber oder passten auch an Straßenübergängen auf, dass alle JuKT-Teilnehmer ihren Erkundungsgang durch die Stadt ungefährdet unternehmen konnten.

„Mega geil“, fand Teilnehmerin und Konfirmandin Lea aus Eckelsheim die ganze Veranstaltung und hat vor, auch beim nächsten JuKT dabei zu sein. Der nächste Jugendkirchentag ist in Weilburg an der Lahn vom 31. Mai bis 3. Juni 2018 zu Gast.

 

 


Himmelfahrt

 

Bei strahlendem Sonnenschein feierten die Gemeinden den Himmelfahrtsgottesdienst in der Eckelsheimer Beller Kirche - für viele gleichzeitig der Beginn eines langen Wochenendes. Schöner hätten wir nicht starten können. Die nachdenklichen Worte in der Predigt zur verfolgten Christenheit weltweit lieferten Gesprächsstoff und auch einen wichtigen Kontrapunkt zu unserem wunderschönen Himmelfahrtsfest. Dank Familie Graf konnte man noch lange auch kulinarisch bestens versorgt an diesem besonderen Plätzchen Erde verweilen und den Himmel genießen!

 


Kinderkirche - so schön

Auf Jesu Spuren sind die Kinder unterwegs. Sie backen unter anderem Brot für viele, verteilen Fische. Oder lauschen an der Küste den Worten der Bergpredigt. Zwar war es nicht die Küste des Sees Genezareth, aber unser Eckelsheimer Strandpfad der Sinne. Mit allen Sinnen konnten wir eintauchen in die biblischen Geschichten.

Und das geht weiter - an jedem letzten Samstag im Monat um 15 Uhr mit Anita udn Manfred Lahm - Beginn in der Eckelsheimer Kirche - (so lange das DGH geschlossen ist). Klein und Groß sind willkommen.


Kinderbibelnacht 2016 - Propheten - Gottes Botschafter ganz ohne Flügel



Wendelsheim. „In der Kirche übernachten – das ist total cool!“ So beruhigen ‚alte Kinderbibelnachts-Hasen‘ die Kinder, die zum ersten Mal bei einer Kinderbibelnacht (KiBi) dabei sind. Denn wer schon ein paar dieser Nächte mitgemacht hat, weiß: So eine Übernachtung in der Kirche ist etwas Besonderes und meistens schläft man trotz fremder Geräusche doch ziemlich fest, weil es vorher so viel zu erleben gibt.

Auf dieses Abenteuer ließen sich auch dieses Jahr wieder viele Kinder ein. Mit ihren Eltern trudelten sie am Samstagnachmittag in der Wendelsheimer Kirche ein. Mit einer Einladung zum Träumen ging es dann los. Kinder und Eltern vervollständigten den Satz: „Unsere Welt wäre so schön, wenn … “ und träumten beispielsweise von einer Welt „in der alle Menschen freundlich zueinander sind“, wo „Frieden und Gerechtigkeit herrschen“ oder auch wo „jeder einen Garten haben kann“. Damit waren die Großen und Kleinen schon mitten im Thema und gar nicht so weit weg von den Wünschen der vorchristlichen Propheten, die dieses Jahr im Mittelpunkt der KiBi standen.

Wie aktuell Jahrtausende alte Geschichten plötzlich werden können, konnten die Kinder dann entdecken. Nachdem sie die Eltern verabschiedet hatten, begaben sie sich auf die Spuren der Propheten. Sie deckten spielerisch Ungerechtigkeiten auf, schlüpften in die Rolle des wütenden Jeremia und durften Töpfe und Teller zertrümmern. Manchmal braucht es ganz schön Mut, Prophet zu sein. Den Mut hatten dann aber auch die Kleinsten. Aus den Scherben bastelten die Kinder unter anderem ein Mosaik und erfuhren so ganz praktisch, wie auch aus Scherben wieder Neues, Schönes entstehen kann – mit Gottes Hilfe. Mit der Eckelsheimer Musikschule Lahm wurde auch die musikalische Seite der Propheten beleuchtet. Beim Musizieren hatten die Kinder sichtlich Spaß, die eingeübten Lieder wurden auch in der Nacht noch gesummt.

Mit einem Familiengottesdienst, den die Kinder mitgestalteten, endete das Abenteuer Kinderbibelnacht für dieses Jahr. Mit Erfolg für Groß und Klein. „Das war eine Bereicherung! Über Propheten habe ich echt was dazu gelernt und Gottes Segen war über uns,“ sagte eine Gottesdienstbesucherin in Anspielung auf das Segenslied zum Schluss.

Auch Erstteilnehmerin Emma (6 Jahre) war zufrieden und ließ zum Abschied verlauten: „Zur Kinderbibelnacht nächstes Jahr bin ich jetzt schon angemeldet!“

 


Osternacht in Wendelsheim

Heute morgen hatten es die Gottesdienstbesucher schwer, fielen doch Uhrumstellung und der Ostermorgen auf dasselbe Datum. Wer sich allerdings aus dem Bett geschafft hatte, wurde nicht nur mit dem stimmungsvollen Gottesdienst im langsam aufgehenden Morgenlicht belohnt, sondern dazu noch mit einem atemberaubenden morgendlichen Regenbogen. Im Kirchgarten hatte die Feuerwehr schon das Osterfeuer entfacht, fleißige Hände hatten das Frühstücksbuffet hergerichtet und alle konnten genießen. Als sich die Ostergemeinde gerade auflöste, fielen erste Regentropfen. Was für ein wundervoller Morgen! Christus ist auferstanden!


Weltgebetstag kam dieses Jahr aus Kuba


Eine Woche später als die ganze Welt feierten wir mit unseren Gemeinden in Wendelsheim den Weltgebetstag der Frauen. In gemütlicher Atmosphäre im Gemeindehaus rückten von Anfang an alle ein wenig zusammen und genossen die von kubanischen Frauen vorbereitete Liturgie und die schönen Lieder. Das WGT-Team rund um Ingrid Schwind hatte alles wunderbar vorbereitet und verwöhnte alle Besucher im Anschluss noch mit einem phänomenalen Buffet.

Ein informativer, geistreicher, gemütlicher Abend. Herzlichen Dank an alle Beteiligten!


Vorstellungsgottesdienst der KonfirmandInnen

In der geschichtsträchtigen Stadt Marburg an der Lahn hatten die Konfis ihre Konfifahrt verbracht, was liegt da näher, als im Vorstellungs-Gottesdienst "(Marburger) Religionsgespräche" zu führen bzw. vorzustellen. Die Konfis hatten viel über Gespräche, Konflikte und Konfliktlösungen erarbeitet und hatten dabei jede Menge Spaß.

Das Ergebnis konnten die Gottesdienstbesucher am 14. Februar in der Wendelsheimer Kirche ansehen. Souverän führten die Konfis durch den Gottesdienst und gaben allen Anwesenden so manchen guten Gedamnken oder Denkanstoß mit auf den Weg.


Meet & Greet in Wendelsheim - Flüchtlinge erzählen ihre Geschichte

Flüchtlinge aus drei Generationen sorgten am Mittwoch, den 20. Januar in unserer Gemeinde für Gänsehautmomente in dem bis auf den letzten Platz gefüllten Ev. Gemeindehaus in Wendelsheim. Viele waren gekommen, ehemalige und aktuelle Flüchtlinge, Neubürger und Alteingesessene, nahe und weiter entfernte Nachbarn. Gebannt lauschten die Zuhörer den dramatischen Geschichten und ließen sich hineinziehen in so manche bittere Erfahrung, aber auch die Hoffnungen der „alten“ und „neuen“ Flüchtlinge. Denn das Thema Flucht war schon immer aktuell, wie die vier Flüchtlinge aus Wendelsheim und Wöllstein deutlich vor Augen führten. Für die meistens arabisch sprechenden Flüchtlinge übersetzten dabei eine tunesienstämmige Wendelsheimerin und ein aus Ägypten stammender Wöllsteiner.

Eindrücklich berichtet zuerst die Wendelsheimerin Edelgard Heblich von ihrer Flucht aus Pommern während des Zweiten Weltkriegs. Als junges Mädchen hatte sie von einem Tag auf den anderen ihr Zuhause verlassen müssen. Wer Anspruch auf Pferd und Wagen hatte, durfte sich zu den Glücklicheren zählen, so die 78-Jährige, denn Panzer und Bomber hatten die Trecks der Flüchtlinge im Visier. Erst nach vielen Zwischenstationen kam sie schließlich in Wendelsheim an und ist geblieben.

So entschied sich auch die Wendelsheimer Familie Varmaz, die sich nur wenige Jahrzehnte später zur Flucht nach Deutschland gezwungen sah. In den 90ern tobte in Bosnien der Krieg und entzog der jungen Familie jegliche Lebensgrundlage. „Wir wussten nicht was kommt, wohin es geht und von der deutschen Sprache verstanden wir kein Wort“, so Rajka Varmaz, die mit 28 Jahren schweren Herzens ihre Heimat verlassen und damit verloren hatte. Sie kann sich gut in die Situation der neuen Flüchtlinge hineinversetzen, die zwar wie sie selbst „Glück und eine große Chance“ haben, aber dafür einen hohen Preis bezahlen mussten. „Es hat damals viele Tränen gegeben“, erzählt sie „und wer seine Heimat hinter sich lassen muss, vergisst das nie.“

Die beiden Wendelsheimerinnen machen mit ihren Geschichten Mut. Beide sind angekommen, ,,hatten Glück“, stehen mit beiden Beinen im Leben und haben immer wieder tolle Menschen getroffen, so dass sie ihre Chance nutzen konnten.

All das steht im Raum als nun zwei aktuelle Flüchtlinge ihre Geschichte erzählen. Stellvertretend für viele anwesende Flüchtlinge schildert der junge Syrer Abdul Rahman Alsabbagh die Umstände seiner Flucht. In seinem Heimatland war er vom Geheimdienst ausspioniert worden, schwebte deshalb in Lebensgefahr und musste das Land verlassen. Mehrmals saß er während seiner Flucht im Gefängnis und war nicht immer gut behandelt worden. Doch in Deutschland sieht er sich angekommen. Seit zwei Monaten lernt er Deutsch und konnte die Zuhörerschaft auch schon auf Deutsch ansprechen.

Der 20-jährige Somali Guled Ali Osman war vor zwei Jahren vor dem jahrelangen Krieg und der Terrororganisation in seinem Heimatland geflohen. Mit seiner Frau kämpfte er sich unter großen Gefahren sechs Monate lang bis nach Deutschland durch. Seine Geschichte erzählte er auf Deutsch, er lebt inzwischen in Wöllstein, ist Vater geworden und absolviert eine Ausbildung zum Altenpfleger.

Die anschließende Diskussion griff dann die Situation der Flüchtlinge. Der gastgebende Kirchenvorstand hatte alle ermuntert, sich rege zu beteiligen, sich zu begegnen, Ideen, Fragen und Anregungen zu diskutieren und die Einladung wurde angenommen. Beim gemeinsamen Essen von Rheinhessischen Kleinigkeiten und von den Flüchtlingsfamilien mitgebrachten orientalischen Spezialitäten, wurden rege Kontakte geknüpft.

„Ein gelungener Abend!“, befand Dirk Lammers, Mitglied des Vereins ‚Willkommen in Wöllstein‘. Der Verein hatte den von der Kirchengemeinde organisierten Abend sehr begrüßt, unterstützt und freute sich über den großen Zuspruch.

„Im besten Falle entwickeln sich diese ersten Kontakte und Ideen noch weiter, so dass Integration und Gemeinschaft auf lange Sicht gelingen kann“, so brachten die Mitglieder des Flüchtlingsausschusses der Kirchengemeinde das Ziel des Abends noch einmal auf den Punkt. Ein guter Anfang ist gemacht.

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